Lovebomb – Sa. 17.01.2026 – Berlin, Loge

2026 Live

Lovebomb – Sa. 17.01.2026 – Berlin, Loge (50 Zuschauer)
Mein Zwei-Konzerte-Abend beginnt in der Loge, in der ich zum ersten Mal reinsehe, hoffend, dass die Ansage „Beginn 20 Uhr“ auch stimmt, damit ich wenigstens noch ein Viertelstündchen der zweiten Band Ultragoblin aus Haarlem ansehen kann, bevor ich zu einer weiteren Konzertverabredung ins Trschlickster abwandern muss.
Tatsächlich zieht es sich hier etwas und geht mit mehr als ner halben Stunde Verspätung los, vermutlich weil die Leute etwas verzögert eintröpfeln und die erste Band nicht vor leerem Saal spielen soll. Das ist hier allerdings auch etwas tricky, da es unten im Konzertsaal ohne Sitzgelegenheiten und ohne Bar etwas ungemütlich ist und oben in der Bar kriegt man nicht mit, wann es unten losgeht und unten kriegt man nicht mit, dass oben die Leute sitzen, die warten, dass es unten losgeht, aber nicht wissen, wann genau. Ich glaube, ich bin vier mal unten und bin wieder hoch, bis sie dann anfangen. Tatsächlich ist dann aber sogar ungefähr halbvoll und es kommen immer noch welche dazu.
Lovebomb aus Mannheim stellt sich als One-Man-Show heraus. So ein blutjunger Schlacks mit blonder Sturmfrisur und Sonnenbrille, der wie ein Pubertierender wirkt, der noch nicht ganz die Kontrolle über seine schnell wachsenden Glieder gefunden hat. Im ersten Moment denke ich, die müssen jetzt erst noch mal richtig Soundcheck machen. Man hört irgendwie nur ein komisches Klanggewurschtel, nichts Klares und es ist auch ziemlich leise.
Ich brauche zwei drei Songs, um das richtig zu verstehen, denn tatsächlich ist das alles gewollt und dann ist es plötzlich ziemlich cool. Eigentlich kommt alles vom Band, er singt dazu und wechselt wütend zwischen Gitarre und Bass hinundher, um ein wenig mitzududeln, doch ehrlich gesagt, kann man das klanglich kaum entwirren.
Es wird so ganz grob auf dem Synthie-Punk rumgeritten, bisschen wavey ist es auch, aber total trashy … „dungeon“ oder „keller“ nennen die das … quasi das, was wir früher immer Garage nannten. Die eigene Beschreibung „One-Man-LoFi-Bedroom-Punk“ trifft es zu 150%. Und obwohl es eher wirr und wütend-traurig angelegt ist, ist doch ne Menge Humor und Selbstironie spürbar.
Würde ich mir jederzeit wieder ansehen. Hat mir dann nach dem widrigen Anlauf der Veranstaltung ne Menge Spaß gemacht. Doch dann musste ich los. Keine Zeit mehr für Ultragoblin.

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