Belt, House of Terror – Fr. 02.01.2026 – Berlin, Schokoladen (100 Zuschauer)
Man sollte die Konzerte nicht auf sich warten lassen, sonst rennen sie einem weg. Daher hatte ich keineswegs das Gefühl, hier einen Frühstart ins Jahr hinzulegen, wenn ich mich bereits am 2. Januar zu einer ersten Buchung in den Schokoladen verfügte, um den beiden Berliner Bands Belt und House of Terror die Ehre zu erweisen.
Belt beschreiben sich mit „Noise-Rock“ und wenn ich „Noise-Rock“ höre, stelle ich mir genau das vor, was sie auch gemacht haben. Mit punkiger Haltung aber sperrigen Arrangements, giftigen Gitarrenattacken und Drums, die darauf achteten, niemals zu geradlinig zu werden, führen sie das Erbe der Bands weiter, die in den 90ern von Labels wie AmRep oder Touch And Go herausgebracht wurden. Am meisten gefiel mir der Gesang. Im Gegensatz zu dem heute üblichen Gebrülle, konnte er auch sehr gut „clean“, was dennoch keineswegs unangepisst klang und bewies, dass er die Töne traf. Aber auch wenn’s mal lauter wurde, war es dennoch nicht stumpf und vor allem nicht metal. Hits haben Belt nicht … weil sie sie weder wollen noch brauchen. Sauber!
Davor House of Terror mit – angesichts des Namens – überraschend ruhigem und gar nicht terrorhaftem Instrumental-Prog-Rock, der vor allem auf Atmosphäre aus ist. Das kriegen sie ziemlich gut hin. Die Riffings sind ok, wechseln fließend und bleiben sich dennoch treu. Die Linie ist glasklar. So klar, dass es dann doch irgendwann ein wenig kippt. Das Tempo ist über das ganze Konzert dasselbe. Die unverzerrte Echogitarre auch. Die Atmosphäre schieben sie etwas indem sie manchmal schönere und manchmal düsterere Akkordfolgen wählen. Das könnte für meine Begriffe etwas mehr sein, auch im Drama. Es bleibt eigentlich immer auf einem Level und schwillt nur seeeeehr wenig an und ab. Das machte sich bemerkbar je näher es dem Ende ging. Trotzdem kann man das so machen. Ich fand sie ziemlich interessant.