Druugg, Apéro – Sa. 14.02.2026 – Berlin, Schokoladen

2026 Live

Druugg, Apéro – Sa. 14.02.2026 – Berlin, Schokoladen (ca. 120 Zuschauer, ausverkauft)
Apéro (Foto) haben uns tatsächlich ne Menge Appetit gemacht, Appetit auf mehr Synthie-Punk, oder wie sie es selbst nennen: Egg-Punk. Also etwas, das man vielleicht bis nach DEVO zurückführen kann, da das spezielle am Egg-Punk diese humoristisch-nerdige Note ist, die Apéro noch um eine anarchistische anreichern. Das ist als Mischung natürlich nicht nur sympathisch sondern auch ganz und gar clever, fast möchte ich sagen „ehrenwert“.
Wir haben also einen männlichen und einen weiblichen Anarcho-Punk an Gitarre und Bass, die aber zu jung und zu klug sind, um sich nur in einer Dimension zu bewegen und so haben sie in ihrer Mitte einen im modischen Schnuffel-Look, der ja auch in der Hamburger Heimatstadt Apéros reichhaltig anzutreffen ist. Vor ihm, auf einem Tisch, liegen die Drum-Maschine und der, wie vorgeschrieben, halb kaputte Billig-Synthie.
Und was sie tun, das tun sie richtig gut. Das Riffing ist klasse, es zündet sofort. Der Sound typischerweise leicht drucklos-kellermäßig, das Tempo immer hoch, die Songs kurz. Dazu wird permanent gebrüllt, eigentlich nicht so mein Ding, auch nicht das gleichbleibende Tempo und auch nicht der Tisch auf der Bühne. Doch manche entziehen sich einfach der Anwendbarkeit vermeintlicher Gültigkeitsregeln und das ist auch gut so. Ich fand Apéro sehr geil und unterhaltsam.
Ganz anders als die belgischen Druugg, deren newwaviges Riffing, das im Studio eher unterschwellig wahrnehmbar ist, live über die Deutlichkeit ein eher unangenehmes Empfinden aufbaut, ganz im Gegensatz zu ihrer selbstironische Note, die live völlig verschwindet. Sie wirken teigig und trotzdem später im Set durchaus wohlwollend wahrgenommene Dramaturgie eingearbeitet wird, gelingt es ihnen nicht, mich in ihren Bann zu ziehen. Schade, hatte ich mehr erwartet.

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