Bird Control, 375CEG – Do. 12.03.2026 – Berlin, Schokoladen (ca. 120 Zuschauer, ausverkauft)
375CEG haben uns ja zuletzt schon im Dave Lombardo begeistert. Mit ihrer leidenschaftlichen und ausgeflippten Art konnten sie das Publikum auch im Schokoladen im Nu auf ihre Seite ziehen. Da ihr Krautrock/NewWave-Gebräu, das mit dissonantem Krach von allerlei unterschiedlichem Instrumentarium nicht geizt und daher dem Unfugfaktor der großen deutsch-französischen Legende FAUST nicht unähnlich ist, neben kürzeren fast waveigen Songs aber auch viel Platz für ausgedehnte ruhigere Passagen braucht, die dann vorallem durch die Eskapaden und Showeinlagen der Organistin Christina genutzt werden, war ihnen das kurze Zeitfenster, das im Schokoladen obligat ist, damit um 22 Uhr Schluss sein kann, deutlich zu klein. Entgegen des Auftritts im Januar im Lombardo konnten sie den Spannungsbogen nicht wie gewohnt aufbauen und mussten schon vorschnell zu den Höhepunkten übergehen. Trotzdem schien mir der Auftritt, durch die bessere Basis durch Bühne und Technik, nen Tick leidenschaftlicher zu sein. 375CEG sind definitiv momentan eine der spannendsten Bands im deutschen Underground-Universum und beweisen damit, dass auch Bands jenseits der 30 noch eine tolle Figur abgeben können und auch vom Publikum keineswegs als altes Eisen wahrgenommen werden, so denn sie gute Ideen und soviel Lebhaftigkeit haben, wie unsere Frankfurter Tunichtsgute.
Danach hatte die Berliner All-Star-Group Bird Control bisschen zu kämpfen, auch wenn sie noch so viele historische Pluspunkte auf dem Kerbholz haben. Ihr bluesiger Undergroundrock ist auch einfach viel ruhiger angelegt, fast schon entspannt, und daher von der Atmosphäre, Auftreten und Instrumentierung deutlich sparsamer als 375CEG. Da hätte es sicher für alle mehr Sinn gemacht, die Reihenfolge der Bands andersrum zu machen.