Chéri Chéri, RBSN – Samstag, 28.03.2026 – Berlin, Schokoladen

2026 Live

Chéri Chéri, RBSN – Samstag, 28.03.2026 – Berlin, Schokoladen (120 Zuschauer, completely packed)
Oha, sowas hab ich hier noch nicht erlebt. Ausverkauft ist der Schokoladen ja oft und an Samstagen eigentlich fast immer, auch wenn man am Nachmittag oft noch Tickets bekommen kann.
Und dann kann’s schon mal eng werden. Die Kids stört das in der Regel nicht. Mich jetzt auch nicht sooo sehr. Aber wenn sich 15 Minuten nach Beginn der Show noch Menschen in den schon sardinenbüchsenmäßig gefüllten Saal reinquetschen, die sich draußen verquasselt haben und die groß und in gutem Ernährungszustand sind und denen es ziemlich egal ist, ob sie den weniger großen und weniger fetten Genossinnen und Genossen den Atem abdrosseln und die Sicht versperren, und meiner einer nicht mal mehr deine Arme hoch bekommt, um zu applaudieren oder am Getränk zu zutzeln, dann nervt das ein wenig. Und heuer läuft das Fass über, so dass ich der erste bin, der sich wieder in die Bar zurückzieht. Die dann allerdings wirklich komplett leer ist. Das hab ich noch nie erlebt. Ein paar bleiben immer zurück. Heute nicht.
Das Interesse an den Pariser Jung-Rockern Chéri Chéri mit der amerikanischen Sängern ist vollumfänglich und weder verwunderlich noch unverdient, haben sie doch ein paar wirklich feine Songs in ihrem Repertoire, die sehr locker runtergefetzt sind, wobei gefetzt schon fast übertrieben ist, da sie zwar eine musikalische Anlage im 70er Rock haben, allerdings eher mit Leichtfüßigkeit als mit Schwere ans Werk gehen, hier und da ein paar „Oohs“ und ein paar aufregende Hooks einbauen, was sich wirklich äußerst cool und hip und jung und frisch und doch gefällig anhört.
Außerdem verfügen sie über einen selbstironischen Witz, der geradezu entwaffnend ist. Die machen also wenig verkehrt, sehen toll aus und werden daher, wenn nichts daneben geht, demnächst auf den größeren Bühnen zu bestaunen sein.
Das Publikum ist an diesem Samstag daher auch eher jung und bunt und flippt demgemäß schon beim Support-Act RBSN und hierbei auch schon nach dem ersten Lied total aus. Wow.
Dabei hat der italienische Gitarrist und Sänger ausschließlich extrem ruhige Songs auf Lager, die zwar stilistisch klar und auch handwerklich schlüssig sind, aber nur noch mit ein wenig Phantasie überhaupt dem Indie-Lager zuzuordnen sind. Hm, naja, für mich ist recht klassischer Rock ohne Band, der mit Band eher wie Chris Rea denn wie TV Smith klingen würde, bisschen … langweilig.

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