Garageville mit The Beet Freaks, The Sound Reasons, The Courettes – Fr. 24.04.2026 – Hamburg, Molotow
Die Beet Freaks aus Schweden leider noch nicht ganz sattelfest was Stilmix und handwerkliche Leistung, insbesondere am Gesang angeht. Das kann woanders schon reichen, auf dem Garageville waren sie leider nicht mehr als ein gemütlicher Einstieg.
Da konnten die Sound Reasons aus den USA den Lukas locker durch die Decke jagen. Hier stimmte wirklich alles. Auch die Mischung konnte begeistern, schütteten sie dem astreinen 60-Garage-Punk noch ein wenig Late-60s-West-Coast-Psychedelia bei. Das schmeckte uns gut und in unseren Träumen gründeten wir noch während des Konzerts einen Fanclub für den Drummer, der zwar so aussah, als würde er im normalen Leben die Pfannen des China-Restaurants neben dem Hauptbahnhof von Wanne-Eickel jonglieren und der Rest der Band sind seine Söhne aus mehreren Ehen, doch für die Sound Reasons rührt er die Trommeln wie ein Gott und lässt seine Söhne vorne für sich tanzen sie die Marionetten eines chinesischen Drachenschattentheaters. Er ist der heimliche Drahtzieher und hat diesen Allstar-Haufen von den Night Times, Wylde Gooms und weiteren höchstpersönlich zusammengecastet.
Als wir wieder zu uns kamen, waren die Courettes schon halb fertig. Ein kurzer Blick reichte uns aber auch, da sie nicht mehr auf unserer Liste der wichtigsten Band stehen. So ließen wir uns von anderen berichten und ich wäre ein noch schlechterer Journalist, den ich mich niemals geschimpft habe, würde ich fremde Berichte verarbeiten. Dass es aber scharfe Blicke mit kritischen Kommentaren auf die klangliche Technik gab, darf nicht unerwähnt bleiben. Mir hat das Animationsprogramm der Courettes noch nie ein besonderes Gefühl von Sicherheit vermittelt und der ambitionsgesteuerte Stilmix driftet mir zu sehr gen Schmonzettenhaftigkeit. Das ist mir einfach nicht mehr interessant.
Sehr guter erster Tag des 2026er Garagevilles aber alleine über den Sound Reasons Volltreffer.