The Schizophonics, The Hippriests – So. 23.11.2025 – Berlin, Neue Zukunft (200 Zuschauer)
Was für eine wunderbare Rock’n’Roll-Band. Wild und enthusiastisch, fiebrig aufwühlend emotional und dennoch so … lieb. Ja, das passt zusammen. Die Basis sind Gitarrist und Sänger Pat Beers und seine Frau Lety an den Drums. Sie sind aus San Diego, gründeten sich 2009 und werden von wechselnden Bassisten begleitet, momentan Sarah Linton, allerdings sind die Bassisten bei den Schizophonics eher die Live-Unterstützung, denn im Studio übernehmen Pat und Lety selber alle Instrumente.
Musikalisch geht es deutlichst ins Fahrwasser von Bands wie MC5, sogar der Gesang erinnert ein wenig daran. Die Riffs sind ausnehmend cool und ziehen sich meist durch um die 5 Minuten lange Songs, die dann immer wieder von Solis unterbrochen werden, doch ob er singt oder rifft oder Solos spielt, Pat wirft sich von einer Seite auf die andere, springt, tanzt, wälzt sich am Boden und zwar im ganzen Saal.
Seine Energie ist geradezu unfassbar. Ich weiß es nicht, aber irgendwie muss der mal Tänzer oder sowas gewesen sein, weil die Bewegungen wirklich extrem gut sind, auch wenn es mal aussieht, also würde er sich fast wie Münchhausen einfach nur selbst am Schopf durch den Saal werfen.
Da er das Mikro mit dem Stativ überall mit sich mitschleppt, spielt er fast alle Gitarrenparts nur mit der linken Hand. Hat er die rechte mal frei, wirbelt er sie eher über den Kopf anstatt die Saiten damit anzuschlagen. Und das hab ich so auch noch nie gesehen, hahaha. Spotify hat sie zur wildesten Live-Band der USA gekürt. Ich weiß nicht, ob ich das so unterschreiben würde, aber die Mobilität von Pat Beers ist wirklich einzigartig. Klamotten und Stechschritt sind schon fast James Brown und ja, ich glaube von dieser Art Entertainment steckt auch einiges in den Schizophonics drin. Es geht eigentlich nicht anders als sie toll zu finden.
Es ist Sonntag, ich war schon Samstag ziemlich lange unterwegs und es ist eiskalt. Die Hippriests mit schnörkellosem, fast schon stumpfem Punkrock, Unterhemd- und Cowboyhut-Attitüde fand ich schon vor den Monsters nicht so interessant, auch wenn sie schon seit den späten 80ern aktiv sind und hab sie daher meist rauchend von draußen angehört.