PJ Harvey – Mo. 20.06.2016 – Berlin, Zitadelle

2016 Live

PJ HarveyBerlin, Zitadelle (paartausend Zuschauer)
Bin noch nie hier gewesen, und so schön die Zitadelle auch ist, war das garantiert mein letzter Konzertbesuch hier. Typisches Open-Air Gedöhns. Wusste ich nicht, sonst hätte ich gewartet, bis Harvey in ein paar Monaten auf Clubtour kommt.
War aber eh kaum der Rede wert. Die neue Platte klingt wie eine etwas sparsamerer Fortsetzung von Let England Shake (und ich meine sparsam in jeder Hinsicht, also auch an Ideenvielfalt), wurde für die Bühne aber dreimal so pompös inszeniert, indem Harvey sich einen Chor an Soldatenmusikern zugelegt hat, die kräftig vor sich hinpaukten oder -tröteten.
Die Intimität der Harvey-Harvey-Parish-Butty-Konstellation der Auftritte zur letzten Platte hatte deutlich mehr Appeal für mich, wirkte weniger inszeniert, persönlicher, feinfühliger, bescheidener.
Klar, sie möchte uns nicht immer dasselbe vorsetzen, doch der Versuch sich neu zu erfinden, auf der Platte diesmal nur durch den ausufernden Einsatz von Saxofonen zu erkennen (lassen wir mal die ganze Message mit diesem Elends-Aufmerksammacher beiseite – denn dazu darf jeder seine eigene Meinung haben), fiel auch live bei mir auf keinen wohlwollend gestimmten Boden.
Ist halt doch nur ne Pop-Musikerin, dachte ich mir am Ende, bisschen anders, durchaus auch sympathisch und so, aber halt doch nur Pop. Ende.
Aber sicher, am Ende freut man sich dann aber trotzdem solche Typen wie Mick Harvey, John Parish, Jean-Marc Butty und diesmal auch die Kollegen von Gallon Drunk zu sehen, nämlich James Johnston und Terry Edwards. Um mich aber noch mal auf eins ihrer Konzerte zu locken, muss aber noch mal was Besonderes passieren, denn wie wohl ich erst mit White Chalk richtig auf Harvey eingestiegen bin, hab ich das Gefühl, jetzt schon wieder hinten runter zu gehen.

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