Black Eyed Dog, The Beauty Regime – Mi, 04.05.2021 – Berlin, Schokoladen

2016 Live

Black Eyed Dog, The Beauty RegimeBerlin, Schokoladen (ca. 50 Zuschauer)
Oha! Eine sehr zappelige Kapelle in vielerlei Hinsicht. Black Eyed Dog sind ein junges hübsches Mädchen mit einer Austrahlung, die man bei sich behält und ein Schlaks mit nach innen gedrehten Füssen und einem viel zu grossen Anzug, der ihn, mit seiner an ihm wie ein Kinderspielzeug hängenden E-Guitar-style-Mandoline, wie das Werkzeug eines versoffenen Marionettenspielers wirken lässt. Sie sind aus Italien und haben noch einen Drummer dabei.
Die sind völlig unverstellt und ernten viel Sympathie. Zum Beispiel, dass sie auch als erstes gespielt haben, hat sich für uns in vielerlei Hinsicht gelohnt. Das zeugt von ausgekochter Bescheidenheit.
Sie keuchen einem wirr aber in gutem Englisch Textfetzen entgegen, deren Melodien ihnen gerade einzufallen scheinen und die vorallem eins nicht haben dürfen: Zwei gleich klingende Zeilen. Das Mädchen zeigt gelegentlich dennoch sogar recht hohe gesangliche Fähigkeiten, die sie aber wie ein Schätzchen für sich im Kästchen verbirgt und die scheinbar unabsichtlich plötzlich kurz entweichen … nur um dann gleich wieder kontrolliert zu werden … durch konvulsives Gegurgle.
Nach jedem Song zerstreute Hektik. Gitarren werden gewechselt, Mandolinen getauscht, mit verdrehten Gurten umgebunden, gestimmt, die Steckverbindungen der Effektgeräte geprüft und hier und da etwas am Knopf gedreht. Man verfolgt das unkoordiniert wirkende Treiben mit staunenden Augen, bis sie in den nächsten Song brechen, wo sich das Schauspiel fortsetzt: Abgehakte, verworrene Kompositionen. Die Lautleise-Verhältnisse sind so unterschiedlich, dass manchmal nicht ganz klar scheint, ob das schon oder noch ein Song ist oder ob die gerade was probieren. Wenn Fahrt aufgenommen wird, wird sofort wieder gebremst und zweimal abgebogen.
Für mich sehr schwer zu folgen und zu gutieren. Einige Songs oder Fragmente davon waren wirklich grossartig. Am Ende fehlte mir aber die Freiheit, auch mal was gehen zu lassen, einem Rhythmus, einer Melodie zu folgen und ihr eine Chance zu geben.
Aber interessant und unterhaltsam waren sie auf alle Fälle. Würde ich mir sehr gerne noch mal ansehen.
Danach die Berliner The Beauty Regime, nicht mein Ding. Überhaupt nicht.

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