Ulrika Spacek – Di. 11.10.2016 – Köln, King Georg

2016 Live

Ulrika SpacekKöln, King Georg (ca. 50 Zuschauer) Foto: Marc Frandel
Rhy Edwards wohnte in Berlin, als er dort aber nicht die Leute fand, um die Idee zu Ulrika Spacek zu realisieren, zog er wieder nach London. Ulrika Spacek hat drei Gitarristen und die Wurzeln sehe ich zwischen der Experimentierfreudigkeit von Sonic Youth (drei Fender-Gitarristen), dem hypnotischen Riffing der Wüstenrocker um Kamerad Josh (ich sehe das eher als das monotone Repetieren der Krautrocker) und der modernen Spielart der Indie-Psychedelia, inklusive des wimpigen Äthergesangs.
Jeder hat ein Effekt-Case vor sich wie die Schaltzentrale eines Jumbo-Pilots. Ich kann sowas ja gar nicht leiden. Das ist Männerscheiss. Liebe zur Technik. Früher haben sie halbstündige Solos gespielt. Heute wichsen sie mit ihren Effektboards. Eine Detailverliebtheit, ein Ausklügeln, ein im Kämmerleinsitzen und probieren probieren probieren. Das hat nichts mit Musik und nichts mit Rock’n’Roll zu tun. Dazu hab ich mir vorher ein zwei Videos im Internet angesehen und da kauerten sie, in sich gekehrt, jeder auf dem Boden und drehten an ihren Scheissknöpfen rum.
Im Konzert gewann ich einen ganz anderen und viel besseren Eindruck. Sie hatten ihren Sound extrem gut im Griff. Auch wenn das etwas überangestrengt rüberkam. Locker ist anders. Dennoch: Sehr gutes Konzert. Hat viel Spass gemacht. Die lieben ihren Kram wenigstens und verlieren sich auch nicht in ihren Songs oder ihren Sounds. Die Komposition ist wichtig, teil sehr ungewöhnliche Wandlungen, sie vergessen die Rhythmik nicht, Schwächen eventuell am Gesang, der aber auch eine dementsprechend untergeordnete Rolle spielt, was sie sich stilistisch auch erlauben können.
Optisch sind sie ziemlich in sich gekehrte, aber durchaus ansehnliche Wimpys. Ziemlich an der Grenze, aber es ist ok, denke ich. Gute Band.

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